Ein IT-Unternehmen auf Madeira gegen den Trend

Die Portugal Nachrichten

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Während die Wirtschaft weltweit schrumpft, scheinen einige Unternehmen die Krise nicht zu spüren. Auf Madeira, wo das Ausbleiben des Tourismus aufgrund von COVID-19 zu Tausenden von Entlassungen führte, stemmt sich ein IT-Produzent gegen den Trend.

Connecting Software floriert weiterhin auf der Insel, stellt Talente aus Übersee ein, entwickelt neue Produkte und weist den größten Umsatz der letzten 5 Jahre auf.

Interessanterweise stellt das Unternehmen nichts her, was wegen der Pandemie geboomt hat - keine Telemedizin-, Spiele- oder Videokonferenzsoftware. Sie arbeiten in einem eher nischenhaften B2B-Bereich - Integrations- und Synchronisationssoftware für den Geschäftsbedarf. Wo ist also der Haken? Laut Connecting Software-Geschäftsführer Thomas Berndorfer war das Unternehmen auf die Krise vorbereitet.

Connecting Software, mit Hauptsitz in Wien, eröffnete bereits 2017 sein Büro auf Madeira. Auf der Suche nach einem warmen Ort mit einem attraktiven Steuersystem verliebte sich das österreichische Ehepaar Thomas und Maria Berndorfer nach einem Urlaub in Madeira und beschloss, dort einen weiteren Entwicklungshub zu starten. Obwohl das Unternehmen nun zwei weitere Büros in der Slowakei und den USA hat, verbringt CEO Thomas Berndorfer mindestens die Hälfte des Jahres mit dem Team auf Madeira und nennt die Insel sein neues Zuhause.

Und das Team wächst. Angefangen mit einer kleinen Gruppe von talentierten Absolventen der Universität von Madeira, hat es sich erweitert, um andere Fachleute von der Insel und aus Übersee zu beschäftigen - Großbritannien, Ukraine, Österreich, Polen. Einer der jüngsten Erfolge - die Einladung eines hochgeschätzten Experten für Microsoft-Produkte nach Madeira, um die Position des Chief Technical Officer aus Australien zu besetzen. Und weitere Positionen sind offen: Lösungsarchitekt, Partner Account Manager, Tester, Customer Success Manager, Web-Designer, die komplette Liste ist vorhanden.

sagte Berndorfer: "Diese Insel mit ihrer wunderschönen Natur, den freundlichen Menschen und der köstlichen Küche bringt uns die Freude zurück - und ermöglicht uns trotzdem, an erstklassiger Software zu arbeiten und mit Top-Kunden auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten." Zu ihrem Kundenportfolio gehören das Justizministerium in Kanada, der öffentliche Dienst in Neuseeland, Irland, der Gesundheitssektor, Lebensmittelhersteller, Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie Industrieunternehmen in Nordamerika, Europa und anderen Regionen.

Natürlich spürte das Unternehmen den Beginn der Pandemie wie jeder andere auch, als der Umsatz Anfang März sank. Doch dann ging es im April und Mai wieder aufwärts und der Trend hält an. Was also machte den madeirensischen IT-Hersteller krisenresistent?

Erstens, nach Meinung des CEOs, das Vertriebsmodell. "Unsere Software ist ziemlich kompliziert. Lange Zeit konnten selbst die besten Vertriebsmitarbeiter sie nicht verstehen, und die Verkäufe kamen nie in Gang. Aber 2012 habe ich das Silicon Valley besucht und unser Vertriebsmodell geändert. Ursprünglich komplexe Mehrzweck-Software - wie ein Schweizer Armeemesser - wurde in kleine Produkte heruntergebrochen - Schmerzmittel, die spezifische Kundenprobleme anpackten. Jetzt haben wir angefangen, googlebare Probleme zu lösen", sagt Thomas Berndorfer. Und weil die Produkte sehr stabil sind, selbst entwickelt und selbst gewartet werden, ist ein minimales Engagement des Teams erforderlich. Dank dieser Regelung konnte das Unternehmen die Pandemie ohne Unterbrechung durcharbeiten.

Außerdem hat das Unternehmen nach vielen Misserfolgen mit verschiedenen Vertriebsexperten einen Business Development Director aus Portugal eingestellt, der bereits gute Ergebnisse erzielt hat. "Die Portugiesen sind historisch berühmt für ihre Reisen, Erkundungen und Handel. Sie sind dafür bekannt, länder- und kulturübergreifend zu kooperieren", kommentiert der Geschäftsführer des Unternehmens. Seiner Meinung nach ist diese angeborene Fähigkeit ein Unterscheidungsmerkmal, wenn es darum geht, online mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten - denn jedes Land braucht einen spezifischen Ansatz, und die Portugiesen sind gut darin.

"Wir zeigen jeden Tag, dass wir echte Menschen sind, die in Kontakt bleiben. Wir haben auch unsere Website und unsere Präsentationen neu gestaltet und verwenden nun Fotos unseres Teams anstelle von Stock Footage - weil wir stolz darauf sind, wer wir sind", sagt Thomas Berndorfer.